Wirtschaftsstandort Waldeck: breit aufgestellt und mit Potenzial

Veröffentlicht am: 06.10.2026

Die Waldeckische Landeszeitung (WLZ) hat in ihrer Ausgabe vom 02.10.2026 ausführlich über den Wirtschaftsstandort Waldeck berichtet. Bürgermeister Nicolas Havel ordnet darin ein, wo die Stadt heute steht und wo er Chancen für die Zukunft sieht.

Vielfalt als Stärke

Waldecks Wirtschaft ruht auf vielen Säulen. Handwerk und Gewerbe, Tourismus und Gastronomie, Dienstleistungen, Einzelhandel sowie Einrichtungen aus Gesundheit, Pflege und öffentlicher Hand prägen gemeinsam den Standort. Diese Mischung macht die Stadt nach Einschätzung des Bürgermeisters widerstandsfähig, weil die Wertschöpfung nicht von einer einzelnen Branche oder einem großen Unternehmen abhängt.

Besonders hebt Havel die Verbindung von Wirtschaft, Natur und Lebensqualität hervor. Als Nationalparkstadt am Edersee kann Waldeck etwas bieten, das bei der Wahl des Wohn- und Arbeitsortes immer wichtiger wird. Das Motto „Arbeiten, wo andere Urlaub machen“ beschreibt für ihn einen echten Standortfaktor, für Beschäftigte ebenso wie für Selbstständige, Gründerinnen und Gründer sowie für Menschen, die zumindest teilweise ortsunabhängig arbeiten.

Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor

Wie bedeutend der Tourismus ist, zeigen die Zahlen der amtlichen hessischen Statistik. Bis einschließlich November 2025 verzeichneten die statistisch erfassten Beherbergungsbetriebe in Waldeck rund 49.500 Gäste und 115.600 Übernachtungen.

Gute Lage und regionale Vernetzung

Hinzu kommt die verkehrsgünstige Lage. Sachsenhausen als größter Stadtteil und Verwaltungssitz ist direkt an die Bundesstraßen B 251 und B 485 angebunden. Außerdem ist Waldeck Teil der Wirtschaftsregion Waldeck-Frankenberg. Die regionale Wirtschaftsförderung unterstützt Unternehmen und Gründungen unter anderem bei Fördermitteln, Standortsuche, Ansiedlung, Erweiterung, Fachkräftesicherung und Unternehmensnachfolge.

Lebendige Gewerbelandschaft und Engagement

Auch die Gewerbedynamik lässt sich mit Zahlen belegen: Für das Jahr 2024 weist das Hessische Statistische Landesamt für Waldeck 50 Gewerbeanmeldungen und 49 Gewerbeabmeldungen aus. Die Stärke liegt dabei in der Vielzahl kleiner und mittelständischer Betriebe und Selbstständiger. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer engagieren sich zudem über ihren Betrieb hinaus ehrenamtlich, unterstützen Vereine, Veranstaltungen und Projekte oder bilden junge Menschen aus.

Die Aufgaben der Zukunft

Waldeck hat sich von einer historisch stark land- und forstwirtschaftlich geprägten Kommune zu einem vielfältigen Wirtschafts- und Lebensstandort entwickelt. Großen Anteil daran haben die touristische Entwicklung rund um Edersee, Schloss Waldeck und Nationalpark sowie der Ausbau von Handwerk, Dienstleistungen, Gesundheitsangeboten und regionaler Versorgung.

Heute geht es aus Sicht des Bürgermeisters weniger darum, einen großen Industriestandort aufzubauen. Wichtiger ist es, die vorhandene Struktur zu stärken und an neue Anforderungen anzupassen. Dazu zählen Digitalisierung, Fachkräftemangel, Energiewende, Unternehmensnachfolge, demografischer Wandel und die veränderte Verbindung von Wohnen und Arbeiten.

Investitionen in die Infrastruktur

Dafür investiert die Stadt erheblich. Der Haushalt 2026 sieht Investitionsauszahlungen von rund 6,15 Millionen Euro vor, das sind rund 894 Euro je Einwohnerin und Einwohner. Die größten Posten sind:

  • rund 1,1 Mio. Euro für Kanalsanierungen
  • 860.000 Euro für Gemeindestraßen
  • 760.000 Euro für die Wasserversorgung
  • 569.000 Euro für Feuerwehrfahrzeug und -ausstattung
  • 350.000 Euro für „Lebendige Zentren“
  • 270.000 Euro für Maßnahmen der Dorfentwicklung

Diese Investitionen gehen nach Havels Worten über kommunale Pflichtaufgaben hinaus. Eine verlässliche Infrastruktur, attraktive Ortskerne und funktionierende öffentliche Einrichtungen sind zugleich Standortfaktoren für Unternehmen und Beschäftigte.

Schwerpunkt „Lebendige Zentren“

Einen besonderen Schwerpunkt bildet das Förderprogramm „Lebendige Zentren“ für den Doppelkern Sachsenhausen-Waldeck, an dem die Stadt seit 2020 teilnimmt. Ziel ist es unter anderem, die Ortskerne aufzuwerten, Gebäude zu erhalten und zu modernisieren, das Wohnen zu stärken und öffentliche Räume zu verbessern. Auch private Eigentümerinnen und Eigentümer können über das Anreizprogramm gefördert werden. Bisher wurden förderfähige Kosten von insgesamt 8,56 Millionen Euro bewilligt, davon waren bis Ende 2025 rund 4,22 Millionen Euro verausgabt.

Zum Nachlesen

Den vollständigen Artikel finden Sie in der Waldeckischen Landeszeitung vom 02.10.2026